Die Arbeitstagung zielt darauf, bislang Nicht-Thematisiertes in ethnografischer Forschung zum Thema zu machen. Sie möchte einen Austausch über Aspekte, Fragen und Momente ethnografischen Forschens eröffnen, die bisher nicht oder kaum thematisiert wurden.
Jana Stöxens (IKDE) Beitrag mit dem Titel „Zwischen Abwesenheit und Anerkennung. Asymmetrien um die ‚Gewährspersonen‘ der ‚Vertriebenenvolkskunde‘“ rückt dabei die ‚Gewährspersonen‘ der sog. Vertriebenenvolkskunde ins Zentrum: Obwohl ihre Zeugnisse in Form von Erzählungen und Liedern von Wissenschaftlern wie dem Volkskundler Johannes Künzig zum Erhalt des Wissens um u.a. Bräuche und Gesänge hochgeschätzt waren, wurde ihr kulturelles Gepäck aus Ambivalenzen und Zwischentönen vielfach überhört. Aus dieser Verschränkung von Anerkennung und Abwesenheit lässt sich ein forschungsethischer Blick auf die entstandene Lücke werfen, der einen Fokus auf den Forschungsprozess und die darin wechselseitig Agierenden zulässt.
