Lehrveranstaltung von Jana Stöxen, M.A.

Gut angekommen? Kulturanalytische Perspektiven auf "die Neuen" und ihre Migration nach Deutschland

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  • Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Maximilianstraße 15, 79100 Freiburg

Charakteristisch für (Flucht-)Migration ist nicht nur der Moment des Aufbruchs, sondern auch die Phase des Ankommens: Häufig wohnt ihr nicht der vielbeschworene „Zauber des Anfangs“ (Hermann Hesse) inne; vielmehr ist sie von einer Umgewöhnung und bisweilen konflikthaften Neuorientierung geprägt, die über den weiteren Verlauf der Migration mitentscheiden mag. Insofern bietet die Ankunft als zeitlich unbestimmter Lebensabschnitt ein deutliches Potenzial, um grundlegende Fragen der Selbst- sowie der Fremd-Verortung kulturanalytisch in den Blick zu nehmen.

Der Kurs setzt sich dazu unter dem Augenmerk auf Transformationsprozesse zunächst kritisch mit Diskursbegriffen wie u.a. „Gemeinschaft“ (Heimerdinger 2021; Plamper 2019), „Integration“ (Foroutan / Kalter 2021; El-Mafaalani 2023) und „Willkommenskultur“ (Huke 2021; Schäfer 2022) auseinander, um in einem zweiten Schritt paradigmatische Beispiele aus zwei markanten Bereichen der deutschen Migrationsgeschichte und -gegenwart zu beleuchten: Die Fälle der Heimatvertriebenen und die Ereignisse im Nachgang des „Langen Sommers der Migration“ (Hess et. Al 2016) rücken ins Zentrum, um sowohl über historisch-archivalische Zugänge aus den Materialien des IKDE als auch über ethnografisch-akteur:innenzentrierte und medienanalytische Methoden Einblick in Prozesse des Ankommens, ihre Konflikte und Konsequenzen zu erhalten. Indes geht es hier weniger um einen unmittelbaren Vergleich, als um das Identifizieren und Analysieren zentraler Muster, die das Ankommen präg(t)en. In dieser Perspektive auf die dahinterstehenden Prozesse und ihre Wahrnehmung rücken neben Fragen nach sozialer Teilhabe und Zugehörigkeit in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft auch solche nach Differenzen und Regimen der (Un-)Sichtbarkeit in den Vordergrund.