Lehrveranstaltung von Apl. Prof. Dr. Michael Prosser-Schell

Ethnographische Forschungen zur Transformation der Alltagskultur bei der Integration Geflüchteter und Vertriebener nach 1945 in Deutschland (mit einem Schwerpunkt auf Baden-Württemberg)

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  • Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Maximilianstraße 15, 79100 Freiburg

Das Seminar aus dem Modul Kultur und Gesellschaft soll zunächst die Begriffe „Alltag“ und „Lebenswelt“ im kulturwissenschaftlich gebrauchten Sinne vertiefen sowie ihre Extension bestimmen und ausdifferenzieren. Im zweiten Teil des Seminars geht es um den alltagskulturellen Niederschlag einer gravierenden, sowohl politischen wie auch gesellschaftlichen, ökonomischen und konfessionellen Transformation, die in Deutschland nach dem II. Weltkrieg stattgefunden hat: Damit gemeint ist die Ankunft und Integration von ca. 12-14 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen aus Ostmitteleuropa und Südosteuropa mit den damit verbundenen Herausforderungen etwa im Hausbau und Wohnen, im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Gewohnheiten der Nahrungszubereitung, in der Religionspraxis u.a.m. Sowohl an exemplarischen Forschungsarbeiten wie auch an bis in die Gegenwart empirisch wahrnehmbaren Zeugnissen der Lebenswelt soll dieser alltagskulturelle Niederschlag erkundet und diskutiert werden.

Die Seminarveranstaltung wird mit zwei 1-Tages-Exkursionen verbunden.

Literatur: 

Assmann, Aleida/ Harth, Dietrich (Hg.): Kultur als Lebenswelt und Monument. Frankfurt/M. 1991. 

Bausinger, Hermann: Neue Siedlungen: volkskundlich-soziologische Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts Tübingen. Stuttgart 1959; 2., veränd. Aufl. 1963. 

Köhle-Hezinger, Christel (Hg.): Neue Siedlungen – neue Fragen. Eine Folgestudie über Heimatvertriebene in Baden-Württemberg – 40 Jahre danach. Tübingen 1995.

Kossert, Andreas: Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945. 1. Aufl. München 2008; Neuaufl. BpB. 2015.