Vortrag von Prof. Dr. Michael Prosser-Schell

Erinnerungskultur und ungarisch/baden-württembergische Beziehungen in Rátka: Das Beispiel eines ungarndeutsch geprägten Dorfes in Nordostungarn.

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  • Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde, Mohlstraße 18, 72074 Tübingen

Nach Rátka und in die Umgegend hat Herzog Trautson im 18. Jahrhundert Einwandererfamilien aus dem heutigen Baden-Württemberg angeworben (insbesondere aus den heutigen Landkreisen Tuttlingen und Sigmaringen an der oberen Donau). In der Gemeinde Rátka findet man gegenwärtig zwei größere Denkmale (Skulpturen), ein Museum sowie in der Aula der örtlichen Schule eine sehr interessante Ausstellung von Bildern, die diese Beziehung in der Gemeinde sinnfällig machen. Insbesondere aber gibt es in Rátka ein „német nemzetiségi-fesztivál“, an dem diese Beziehung und die ungarndeutsche Prägung jedes Jahr (Mitte Monat Mai) von neuem aufgerufen und rituell erinnert werden. Dabei wird auch die Gemeindepartnerschaft mit einer Gemeinde aus Baden-Württemberg gefeiert. 2025 war ich auf dem Fest zur Feldforschung, jetzt im Jahr 2026 (internationaler Festakt Mitte Mai) bin ich wieder dort angemeldet. Diese Forschungen sind neu und gehen wesentlich weiter als es mein Beitrag in unserem Tagungsband erfassen konnte. Der Vortrag soll neben den lokalen, den minderheitenkulturellen und den europäischen Verflechtungen, in denen der ungarndeutsche Aspekt von Rátka steht, zur Diskussion stellen. Ein wichtiger Teil des Vortrags thematisiert auch methodische Fragen und Probleme bei der einschlägigen Feldforschung. 

Der Vortrag findet im Rahmen der Jahrestagung „Erinnerung – Tradierung – Mobilität. Transformationen der deutschen Minderheiten in Mittel- und Südosteuropa“ statt, die das Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde (IdGL) vom 8. bis 10. Oktober 2026 in Tübingen veranstaltet.