Unter den allernotdürftigsten Transport- und Ankunftsbedingungen begann ab 1946 die Vertreibung der Ungarndeutschen nach Nordwürttemberg/ Nordbaden. Zusätzlich erschwert wurde das Einleben dadurch, dass einerseits viele heimatliche Familien- und Dorfverbände durch die Einquartierung in verschiedene Kommunen auseinandergerissen wurden und andererseits das so genannte „Koalitionsverbot“ der Besatzungsbehörden größere gemeinsame Versammlungen und Zusammensiedlungen der Angekommenen untersagte. Im Vortrag wird eine Ausnahme angesprochen, die Siedlung „Reinhardshof“ bei Wertheim am Main. Einen Schwerpunkt des Vortrags bilden auch die eigenen Wallfahrtsveranstaltungen der ungarndeutschen Heimatvertriebenen, gerade deshalb, weil sie nicht nur den religiös-spirituellen Bedürfnissen der entwurzelten Menschen entgegenkamen und deshalb von den Besatzungsbehörden erlaubt wurden, sondern weil sie ganz praktisch zum kommunikativen Austausch und zur Beratung vor allem bei Wohnungsproblemen dienen konnten. Diese „Heimatvertriebenen-Wallfahrten“ werden zum Teil bis heute unübersehbar und unter prominenter Mitwirkung fortgeführt – auch damit bleibt eine außerordentliche Kultur- und Integrationsleistung von ungarndeutschen bzw. „donauschwäbischen“ Heimatvertriebenen in der Bundesrepublik Deutschland wahrnehmbar.
Der Vortrag findet im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung Zwischen Verlust und Neubeginn. Briefe erzählen statt.
Eintritt frei
Ohne Anmeldung