Lehrveranstaltung von Dr. Tilman Kasten

Aktuelle Zugänge zu alten Beständen. Historisch-archivalisch arbeiten – kulturwissenschaftlich fragen

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Handschriftlich geschriebene Liste mit Straßennamen in Pilisvörösvár.

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  • Institut für Empirische Kulturwissenschaft, R 00006, Maximilianstraße 15, 79100 Freiburg

Freitag, 9:00-13:00 c.t. 

Das Institut für Kulturanalyse der Deutschen des östlichen Europa (IKDE) besitzt zahlreiche Archivbestände. Diese sind eng mit der Geschichte deutschsprachiger Bevölkerung im östlichen Europa sowie der Geschichte von (Zwangs-)Migration infolge des Zweiten Weltkriegs verbunden.

Themen, Format und Kontexte der Archivalien des IKDE spiegeln oftmals auch die Fachgeschichte der Volkskunde im 20. Jahrhundert wider. Nicht nur deshalb müssen die Archivalien und ihre Entstehung aus heutiger Sicht problematisiert werden. Trotzdem besitzen sie einen großen Quellenwert – auch und gerade für Fragen unserer Gegenwart. Dieser ergibt sich häufig nicht auf den ersten Blick, sondern bedarf genaueren methodengeleitenden Hinsehens. Im Seminar erarbeiten wir uns zentrale Grundlagen im Umgang mit historischen Quellen und diskutieren, wie sich heutige Fragestellungen der Empirischen Kulturwissenschaft mit diesen Archivbeständen verbinden lassen. Warum können Trachten-Fotos aus dem rumänischen Banat der 1930er-Jahre für die Gender-Forschung interessant sein? Inwiefern eröffnet die sogenannte Volkskunde der Heimatvertriebenen der 1950er-Jahre Perspektiven auf die heutige Migrationsgesellschaft? Was lernen wir aus historischen Sammlungspraktiken über heutige forschungsethische Probleme? Was können wir anhand von Forscher*innen-Biographien über die generelle Situiertheit wissenschaftlicher Praxis lernen? Diese Fragen verdeutlichen exemplarisch das mögliche Spektrum an Themen des Seminars.

Die Veranstaltung findet zweiwöchentlich (jeweils vier Stunden) statt.